Sportverein Kirchboitzen von 1919 e.V .
Sport im Verein macht Spass
Sötes Länneken Hiddensee verdankt seinen Namen dem Norwegerkönig Hedin, welcher hier um eine Frau oder auch nur um Gold gekämpft hat. Daran erinnern sich die Einheimischen wohl nicht allzu gern, denn sie nennen ihre Insel lieber Sötes Länneken – Süßes Ländchen. Am letzten Samstag im April findet auf dem Söten Länneken der Hiddenseelauf statt. Von Rügen setzen wir morgens mit dem Fährschiff „Vitte“ über. Die Fahrt bei eher winterlich grauem Wetter dauert circa eine Stunde. In der Kantine sitzen wir warm und trocken, freilich neben anderen Landschaftsläufern. Gegen 10 Uhr landen wir im zentralen Hauptort von Sötes Länneken an. Der Name Vitte stammt von vit ab, wie früher die Fischverkaufsstellen hießen. Davon gibt es noch heute gleich im Hafen einige. Wir aber pilgern den anderen hinterher und langen in der Nähe des Deiches bei der Kindertagesstätte „Inselkrabben“ an. Diese stellt dem Hiddennseelauf ihr Domizil in liebevoller Weise zur Verfügung; Umzieh-, Toiletten- und Duschmöglichkeit inklusive. 335 Teilnehmer setzen der Stätte ordentlich zu, die Putzfrauen werden ganze Arbeit leisten müssen. Die Organisatoren vom Hiddenseer Hafen- und Kurbetrieb haben alles bestens im Griff. Vor den Erwachsenen sind die Krabben dran. Die Großen stehen Spalier und feuern den Nachwuchs auf ihren 800 Metern lautstark an. Danach werden die Läufe über 11,6 und 21,1 Kilometer gemeinsam gestartet. Die Wanderer, ebenfalls über 11,6 km unterwegs, reihen sich vorbildlich hinten an. Der Dialekte sind verschiedene vertreten, am meisten fällt das Berlinerische auf.        Es läuft durch Vitte hin zum Deich. Auf diesem ziehen wir in auseinandergezogener Schnur nordwärts gegen den Wind. Bald grüßt der Hafen von Kloster malerisch herüber. Ländlich gemütlich auch der Ort Kloster selbst, hügelig vor dem Höhenzug Dornbusch im Norden gelegen. Dort führt die Laufstrecke hin. Zunächst ostwärts auf Feldwegen um den Dornbusch herum. Endlich wird das Wahrzeichen von Hiddensee sichtbar: der Leuchtturm. Und er wird zum magnetischen Anziehungspunkt für uns. Durch freie Wiesenlandschaft nähern wir uns ihm schräg von hinten, also von Nordost. Den Leuchtturm im Blick erklimmen wir die recht anspruchsvoll erscheinenden 70 Höhenmeter. Auf dem Gipfel am Turm haben wir sieben Kilometer geschafft. Doch es geht weiter, Richtung Süden. Zu Füßen des Leuchtturms bitte einmal Lächeln, ein Fotoservice knippst jeden Läufer mit dem Wahrzeichen im Rücken. Als wir aus dem kleinen Wald am Dornbusch kommen, erhalten wir einen Panoramablick über die flache mittlere und südliche Insel. Wow, ein echtes Highlight. Doch wir rennen weiter auf einem Betonplattenweg den üppig begrünten Dornbusch hinab. Zurück in Kloster grüßen uns zunächst weidende Pferde, welche hier als Zugtiere vor Kutschen und Wagen noch neben dem Fahrrad das Hauptverkehrsmittel zu Lande sind. Kraftfahrzeugverkehr der herkömmlichen Art ist auf dem Söten Länneken verboten. In Kloster werden wir westwärts gelenkt und streifen die Insel-Kirche und das Gerhart- Hauptmann-Haus. Dann, wir sind fast wieder auf Meereshöhe zurück grüßt uns eine lautstark applaudierende Menschentraube, großstädtisches Marathonflair für einen Augenblick. Auf neumodernem Pflasterweg ziehen wir rechter Hand der Ostsee zurück gen Vitte. Strand- und Meerblick bleiben uns aber versagt, Wiesen und Dünen liegen dazwischen. In Vitte ziehen wir an der originellen schwarzen Holländerwindmühle vorbei und erhaschen einen Blick auf das Zeltkino „Seebühne Hiddensee.“ Auch Restaurants und Geschäfte lassen wir links liegen. Jetzt laufen wir ein Stück auf dem Deich und die 11,6 Kilometerläufer Richtung Ziel. Wir Halbmarathonläufer werden rechts abgeschickt. An einem Verpflegungstisch erhalten wir Wasser und Bananen, Dann läuft es auf besagtem Pflasterweg gen Süden Richtung Neuendorf, dem dritten Ort auf Hiddensee. Die Landschaft auf dem Inselmittelteil ist durch Dünen und Heide geprägt. So laufen wir auf flachem Pflaster an die fünf Kilometer recht unspektakulär durch die Dünenheide dahin. Bald kommen uns die schnelleren Halbmarathonis entgegen und nach 16 Kilometern sind auch wir in Neuendorf und am Wendepunkt der Laufstrecke angelangt. Die Neuendorfer werden auf Hiddensee als die „Süder“ bezeichnet. Die „Süder“ sprechen einen eigenen Dialekt und ihre Häuser liegen recht unzugänglich auf der Wiese verstreut. Immerhin hat auch Neuendorf einen eigenen Hafen, den die Fähren anschippern und in dem noch heute Fischer ihr Tagwerk betreiben. Südlich von Neuendorf gibt es noch den Gellen, welcher weiten Teils als Vogelschutzgebiet des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft für die Öffentlichkeit nicht zugänglich ist. So ist ein Halbmarathon das Maximum, was Hiddensee an Laufstrecken anbieten kann. Wir laufen die letzten fünf Kilometer auf dem Hinweg zurück, jetzt kommen uns die langsameren entgegen. Der Blick auf die Ostsee bleibt uns auch hier verwehrt, den Bodden zwischen Hiddensee und Rügen bekommen wir vereinzelt zu Gesicht, der Deich liegt dazwischen.    Zuletzt geht’s übern Deich und die letzten 100 Meter bis ins Ziel bei den Inselkrabben. Der Empfang ist herzlich und wird über Megaphon moderiert. Es werden warmer Tee und Wasser gereicht, wer will kann ein Erinnerungs-T-Shirt für 10 Euro kaufen. Wir shoppen und flanieren ein wenig durch Vitte, suchen dann erstmal den Strand an der Ostsee auf. Doch es wird ungemütlich regnerisch, da ist uns das Restaurant Buhne 11 gerade recht. Saisonal gibt’s fangfrischen Hornfisch gebraten und ein gezapftes Pils aus Stralsund, der Stadt auf dem Festland, südlich Hiddensee gegenüber. Bei dem Wetter ist aber auch Sanddornglühwein sehr gefragt. Nachmittags bessert sich das Wetter allmählich und wir pilgern nach Kolster hinüber und dann zum Dornbusch mit seinem Leuchtturm hinauf. Die landschaftlichen Blicke und die Ruhe tuen gut. Und als dann noch die Sonne wärmend hervorkommt wallt in uns frühlingshafte Urlaubsstimmung auf. Wir wandern zurück nach Kloster und genießen die Hafenstimmung dort. Mit der letzten Fähre des Tages wollen wir zurück nach Rügen. Es wird eine beschauliche Fahrt auf dem sonnigen Außendeck. Im Blick natürlich der Dornbusch mit seinem Leuchtturm. Die Küstenerosion sorgt dafür, das Sand vom Dornbusch abgetragen wird. Doch die Insel wird nicht kleiner. Denn östlich sorgen die Sandhaken Alter und der Neuer Bessin dafür, dass die Insel größer wird. 30 bis 60 Zentimeter Sand landen jährlich am Neuen Bessin an. Ein dritter Sandhaken entsteht. Es schaut so aus, dass Hiddensee und Rügen eines Jahres zusammenwachsen, wenn die Fahrrinne nicht wäre… Wir laufen die Häfen von Vitte und Neuendorfer an. Neben dem Dransker Bug auf Rügen kommt uns auch die Hansestadt Stralsund in den abendsonnigen Blick. Schließlich laufen wir nach anderthalb Stunden in den Hafen Schaprode ein und sind auf Rügen zurück. Hier geht es zum Album